Lene wurde als Kind von pädokriminellen Menschen missbraucht und entwickelte dadurch eine dissoziative Identitätsstörung. In dieser ersten Folge von Von Bohne zu Bohne erzählt sie von einer Kindheit hinter einer unauffälligen Fassade, von extremer Gewalt, innerer Spaltung, Essstörung, Klinikaufenthalten und davon, wie ihr Gehirn einen Weg fand, das Unvorstellbare zu überleben.
Hinweis: In diesem Artikel geht es um organisierte sexualisierte Gewalt in der Kindheit, schwere körperliche und psychische Gewalt, dissoziative Identitätsstörung, Essstörung, Selbstverletzung, Klinikaufenthalte und Suizidgedanken. Bitte lies nur weiter, wenn du dich mit diesen Themen sicher fühlst.
Auf einen Blick
- Worum geht es in der Folge? Lene erzählt, dass sie in ihrer Kindheit organisierter sexualisierter Gewalt ausgesetzt war.
- Was ist der zentrale Konflikt? Nach außen wirkte ihre Familie unauffällig, während Lene im Inneren extreme Ohnmacht, Angst und Spaltung erlebte.
- Warum ist die Geschichte relevant? Die Folge macht sichtbar, wie Gewalt im Verborgenen wirken kann und wie eine dissoziative Identitätsstörung für Lene zum Überlebensmechanismus wurde.
Wer ist Lene?
Lene stellt sich in der Folge mit einem sehr schweren Satz vor: Sie wurde von pädokriminellen Menschen missbraucht und entwickelte dadurch eine dissoziative Identität.
Schon zu Beginn macht sie deutlich, dass ihre Geschichte komplex ist. Eine dissoziative Identitätsstörung entsteht nach ihrer Beschreibung sehr früh, bevor sich ein stabiles Ich entwickeln konnte. Deshalb beginnt ihre Geschichte für sie nicht erst in der Jugend oder im Erwachsenenalter, sondern bereits in der frühen Kindheit.
Lene spricht heute nach viel Therapie stabil über das, was passiert ist. Gleichzeitig bleibt ihre Geschichte eine Geschichte über extreme Gewalt, Ohnmacht und das Überleben in einer Umgebung, die nach außen nicht nach Gefahr aussah.
Eine unauffällige Familie nach außen
Lene wuchs in einer Kernfamilie auf. Ihre Eltern waren Akademiker und im medizinischen Bereich tätig. Sie hatte Geschwister. Von außen betrachtet wirkte die Familie unauffällig.
Gerade das betont Lene bewusst. Sie spricht davon, dass es oft ein bestimmtes Klischee darüber gibt, in welchen Familien schwere Gewalt passiert. Bei Familien mit Bildung, Beruf und scheinbar geordnetem Leben werde oft nicht vermutet, dass dort gravierende Probleme bestehen können.
Leistung spielte in ihrem Elternhaus eine Rolle. Gute Noten und Funktionieren wurden honoriert. Doch hinter dieser Fassade beschreibt Lene eine Familie, in der sie sich nicht sicher fühlte.
Der Vater als dominante und unberechenbare Person
Lene beschreibt ihren Vater als dominant, cholerisch und unberechenbar. Vor ihm hatte sie Angst.
Diese Angst bezog sich nicht nur auf seine Stimmung oder sein Verhalten im Alltag. Lene erzählt, dass er schlimme Dinge mit ihr tat und dass auch andere Männer beteiligt waren.
Sie hatte keine sichere Bindung zu ihm. Auch zu ihrer Mutter hatte sie keine enge Bindung, weil ihre Mutter sie nicht schützen konnte.
Für Lene war früh klar: Sie konnte sich nicht auf ihre Eltern verlassen. Ihr Vater war eine Gefahr, ihre Mutter keine Rettung.
Die Mutter, die nicht schützen konnte
Lene beschreibt ihre Mutter als defensiv, klein und ohne viel Selbstvertrauen. Sie sei ihrem Vater gegenüber sehr angepasst gewesen.
Lene erzählt, dass ihre Mutter selbst unter ihrem Vater litt. Es ging auch um Gewalt, Erniedrigung und Vergewaltigung in der Beziehung der Eltern.
Nach Lenes Darstellung konnte oder wollte ihre Mutter sich nicht vorstellen, dass der Vater auch den Kindern Gewalt antun könnte. Lene beschreibt das als schwer zu verstehen. Sie vermutet, dass auch Schutz- und Abwehrmechanismen eine Rolle gespielt haben könnten.
Für Lene als Kind bedeutete das: Sie sah, dass ihre Mutter selbst hilflos war. Dadurch wusste sie auch, dass ihre Mutter sie nicht retten konnte.
Organisierte sexualisierte Gewalt in der Kindheit
Lene erzählt, dass die Gewalt sehr früh begann. Es gab eine Zeit, in der ihre Mutter nicht greifbar war und ihr Vater nahezu vollständige Verfügung über sie hatte. Lene vermutet, dass dort die Grundlagen der späteren Spaltung entstanden.
Sie spricht davon, dass sie nicht das einzige Kind war. Es gab weitere Kinder, die sie in diesen Situationen sah. Die Kinder durften nicht miteinander sprechen. Es gab feste Rollen, Aufgaben und Strukturen.
Lene beschreibt außerdem, dass Material aufgezeichnet wurde. Sie spricht von Videomaterial und davon, dass bestimmte Szenen inszeniert wurden.
Der Missbrauch fand nach ihrer Erinnerung in einem ausgebauten Kellerraum im Zuhause der Familie statt. Daneben gab es einen weiteren Raum, in dem Gegenstände gelagert wurden.
Warum Lene von pädokriminellen Menschen spricht
Lene sagt nicht, dass sie sicher weiß, ob ihr Vater Geld dafür bekam. Sie glaubt eher, dass es Menschen gab, die ähnlich gewalttätig und pädokriminell waren wie er und die dort die Möglichkeit hatten, ihre Gewalt auszuüben.
Für Lene war es kein einzelner Vorfall und keine einzelne Person. Es waren wiederkehrende Situationen mit mehreren Erwachsenen. Meistens spricht sie von drei bis vier beteiligten Personen.
Sie macht deutlich, dass es nicht nur um sexualisierte Gewalt ging, sondern auch um Folter, Erniedrigung, Kontrolle und maximale Hilflosigkeit.
Genau diese Hilflosigkeit und Ohnmacht beschreibt sie als zentral: Irgendwann stumpfte sie ab, und alles, was nicht mehr auszuhalten war, wurde abgespalten.
Was eine dissoziative Identitätsstörung für Lene bedeutet
Lene kürzt die dissoziative Identitätsstörung im Gespräch als DISS ab.
Sie erklärt, dass eine DISS entsteht, wenn ein Kind sehr früh extremen Situationen ausgesetzt ist und noch kein stabiles Ich entwickelt hat. Das Gehirn sucht einen Weg, zu überleben. Wenn der Schmerz und die Angst zu groß werden, wird Erlebtes abgespalten.
Bei Lene bedeutete das: Es entstanden verschiedene Anteile. Manche Anteile trugen das Leid, andere funktionierten im Alltag. Die Kinder, die nachts Gewalt erlebten, waren nicht dieselben Anteile, die am nächsten Tag in die Schule gingen.
Lene beschreibt, dass ihr Gehirn dadurch fragmentiert wurde. Erinnerungen lagen nicht als klare, zusammenhängende Geschichte vor, sondern als Fragmente, Flashbacks, Albträume oder körperliche Reaktionen.
Die Anteile und das Bild vom Balkon
Lene beschreibt ihre Anteile mit einem Bild: Es gibt ein großes Haus mit einem Balkon. Wer oben auf dem Balkon steht, ist gerade vorne.
Manchmal kommt ein Anteil nach vorne, während Lene im Hintergrund noch mitbekommt, was passiert. Das nennt sie Co-Bewusstsein.
Manchmal wird sie aber komplett nach hinten geschoben. Dann bekommt sie nichts mit. Es entsteht ein Blackout, ein Zeitverlust.
Früher hatte Lene dadurch kein normales Gefühl für Zeit. Schon in der Grundschule verstand sie nicht, wie andere Kinder sicher sein konnten, dass ihr Tag um 15 Uhr noch existiert. Ihr eigener Tag war fragmentiert.
Etwa 40 Anteile
Lene erzählt, dass es bei ihr früher gut 40 Anteile waren.
Heute, nach viel Therapie, seien einige Anteile nicht mehr in derselben Weise aktiv. Sie beschreibt es so, als seien manche schlafen gegangen oder in sie als Frontpersönlichkeit übergegangen.
Aktuell seien vielleicht noch etwa 15 Anteile relevant. Manche zeigen sich im Alltag, andere eher im therapeutischen Setting, wenn bestimmte Traumata bearbeitet werden.
Dieses Bild macht deutlich, dass DISS für Lene kein abstrakter Begriff ist. Es ist ihre innere Realität, entstanden aus dem Versuch ihres Gehirns, unerträgliche Gewalt zu überleben.
Redeverbote und Schweigen
Lene erzählt, dass sie als Kind nie direkt verbal um Hilfe bat. Nicht, weil sie keinen Wunsch nach Hilfe hatte, sondern weil sie nicht sprechen durfte.
Sie beschreibt tief verankerte Redeverbote. In ihr war festgelegt, dass sie über die Taten nicht sprechen darf.
Diese Verbote waren so stark, dass sie auch später in der Therapie eine Rolle spielten. Ihre Therapeutin musste Fragen stellen, weil Lene noch nicht so weit war, von sich aus zu erzählen.
Als Kind wartete sie darauf, dass jemand sie fragt, was mit ihr nicht stimmt. Doch diese Frage kam nicht.
Zeichen, die niemand verstand
Lene war in der Grundschule häufig im Krankenzimmer. Ihr war oft schlecht. Manchmal sagte sie, sie habe gespuckt, obwohl das nicht stimmte.
Rückblickend versteht sie das als Zeichen. Sie wollte gesehen werden, ohne aktiv aussprechen zu können, was los war.
Doch niemand fragte nach dem, was hinter diesen Signalen liegen könnte.
Nach außen war Lene schüchtern, ängstlich, introvertiert, freundlich und höflich. Diese Eigenschaften machten es vielleicht noch schwerer, die Not dahinter zu erkennen.
Wenn Schwäche gefährlich wird
Lene lernte früh, dass Schwäche ausgenutzt wird. Wenn ihr etwas wichtig war, durfte sie das nicht zeigen.
Sie erzählt von einem Kuscheltier, das ihr sehr viel bedeutete. Damit es ihr nicht weggenommen wurde, tat sie alles, um nicht zu zeigen, wie wichtig es war. Wenn sie es mitnahm, nahm sie zusätzlich andere Kuscheltiere mit, damit es zufällig wirkte.
Dieses Kuscheltier gab ihr Sicherheit. Es war eine der wenigen guten Konstanten in ihrem Leben.
Bis heute fällt es Lene schwer, Schwäche zu zeigen. Das ist für sie eine direkte Folge davon, dass Schwäche früher gefährlich war.
Die Gewalt endet, aber das Erlebte bleibt
Die organisierte sexualisierte Gewalt hörte laut Lene relativ abrupt auf, als sie ungefähr elf Jahre alt war. Die Familie zog um, die Räumlichkeiten änderten sich, und ihr Körper war nicht mehr so kindlich wie zuvor.
Für Lene war das zunächst eine große Erleichterung. Es wurde ruhiger in ihrem Leben.
Gleichzeitig konnte sie im Alltag nicht klar einordnen, warum es ihr nun besser ging. Sie wusste nicht bewusst, was aufgehört hatte. Außerdem traute sie dem Frieden lange nicht.
Das Erlebte war nicht vorbei, nur weil die Taten aufhörten. Es spukte weiter in ihr herum.
Pubertät, Körpergefühl und Magersucht
Als Lene in die Pubertät kam, brach innerlich etwas auf. Die Themen Körper, Sexualität, weibliche Entwicklung und Interesse von Jungen verunsicherten sie massiv.
Sie rutschte in eine Magersucht. Für sie war die Anorexie ein Versuch, Kontrolle zu bekommen – Kontrolle über einen Körper, über den sie vorher keine Kontrolle gehabt hatte.
Sie beschreibt, dass sich diese Kontrolle zunächst gut anfühlte. Sie konnte entscheiden, was sie isst, wann sie isst und ob sie überhaupt isst.
Auch in der Schule gab es Mobbing. Eine Klassenkameradin beleidigte sie wegen ihres Körpers. Lene genoss es später, dass diese Mitschülerin nicht kontrollieren konnte, wie dünn sie wurde.
Der erste Klinikaufenthalt mit 15
Mit 15 kam Lene zum ersten Mal in die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie war depressiv, hatte stark abgenommen und war immer trauriger und verschlossener geworden.
Ihre Eltern stellten sie in der Ambulanz vor. Nach wenigen Sitzungen wurde klar, dass eine ambulante Behandlung nicht ausreichen würde.
Lene wurde stationär aufgenommen.
Für sie war das zunächst sogar erleichternd. Sie war nicht mehr zu Hause. Sie beschreibt, dass sie glücklich war, weil sie für eine Zeit aus diesem Umfeld herauskam.
Warum die Klinik nicht zum Kern kam
In der Klinik wurde vor allem die Magersucht behandelt. Die Traumata spielten keine wirkliche Rolle.
Lene hatte viele Symptome: Depression, Anorexie, Selbstverletzung, Autoaggression und teilweise Fremdaggression. Das Behandlungsteam merkte, dass vieles nicht stimmte, konnte es aber nicht zusammenbringen.
Lene glaubt, dass die Zeit noch nicht so weit war, dass DISS und ihre Zusammenhänge ausreichend erkannt wurden.
Statt nach dem Ursprung zu fragen, entstand eine Arbeitshypothese: Lene sei instabil geworden, weil sich ihre Eltern trennten und weil sie in der Pubertät war.
Die Trennung der Eltern und die Rückkehr zum Vater
Als Lene 15 war, trennten sich ihre Eltern. Zunächst ging sie für drei Monate zu ihrer Mutter.
Doch ihre Mutter hielt es nach Lenes Erzählung nicht mit ihr aus und gab sie schließlich zum Vater.
Für Lene war das fürchterlich. Es wurde ihr anders angekündigt, eher als vorübergehende Lösung. Doch später durfte sie nicht mehr zurück.
In der Kinder- und Jugendpsychiatrie hatte Lene gesagt, dass sie nicht wieder nach Hause möchte. Sie bat darum, in eine Pflegefamilie, eine betreute Wohngruppe oder irgendwo anders hinzukommen.
Ihr wurde nicht geglaubt. Am Ende blieb nur die Wahl zwischen Mutter und Vater. Nach Hause sollte sie auf jeden Fall.
Wenn Hilfe nicht hilfreich ist
Lene wusste grundsätzlich, dass Kliniken und Therapeutinnen oder Therapeuten ihr helfen wollten. Doch die Art der Hilfe empfand sie oft nicht als hilfreich.
In einem ersten längeren Klinikaufenthalt nahm sie kaum zu. Später verlor sie wieder Gewicht und kam erneut in gefährliche Bereiche.
Bei einem weiteren Aufenthalt hatte sie nur noch etwa 40 Kilo und einen sehr niedrigen Puls. Sie wurde zwangsernährt.
Die Magersucht war für Lene nie nur eine Essstörung. Sie war eng mit Kontrolle, Trauma und dem Versuch verbunden, irgendwie mit dem eigenen Körper und der eigenen Geschichte umzugehen.
Viele Klinikaufenthalte und viele Diagnosen
Lene berichtet, dass sie in ihrem Leben ungefähr 80 Klinikaufenthalte hatte.
Nur wenige davon drehten sich direkt um die Anorexie. Viele andere hatten mit Instabilität, Depression, Selbstverletzung, Suizidgedanken und anderen Symptomen zu tun.
Weil die eigentliche Ursache lange nicht verstanden wurde, wurde vieles ausprobiert. Lene bekam im Laufe der Zeit viele Medikamente, darunter Antidepressiva, Antipsychotika und Beruhigungsmittel.
Rückblickend hat sie das Gefühl, dass medizinische und therapeutische Systeme versuchten, mit Medikamenten zu behandeln, was sie diagnostisch nicht greifen konnten.
Abitur auf der geschlossenen Station
Ein besonders prägnanter Moment war die Zeit rund um ihr Abitur.
Lene war damals so instabil und suizidal, dass sie auf eine geschlossene Station kam. Gleichzeitig war da ein Anteil oder ein Teil in ihr, der dachte: Ich muss doch irgendwie Abitur schreiben.
Ihre Lehrer ermöglichten ihr tatsächlich, das Abitur in der Klinik zu schreiben. Die Klausuren wurden in einem Arztzimmer geschrieben, Lehrkräfte kamen zeitversetzt von der Schule in die Klinik, beaufsichtigten sie und nahmen die Arbeiten wieder mit.
Das mündliche Abitur legte Lene später auf einer offenen Station ab.
Für diese Unterstützung ist sie ihren Lehrkräften bis heute dankbar.
Wenn Medikamente das Leid nicht erklären
Lene beschreibt, dass sie in manchen Phasen stark mit Medikamenten versorgt wurde. Sie war schwer depressiv, instabil und für die Behandelnden schwer einzuordnen.
Mit der Zeit wurde die Palette an Medikamenten immer größer. In einer therapeutischen Einrichtung sei sie so stark medikamentös behandelt worden, dass sie sich rückblickend fragt, wie sie das überlebt hat.
Sie sagt, dass die eigentliche Tragweite ihrer Geschichte nicht verstanden wurde. Stattdessen wurde versucht, die Symptome zu behandeln.
Doch Symptome erklären nicht automatisch, was ein Mensch erlebt hat.
Der Übergang in eine weitere gefährliche Phase
Am Ende der Folge deutet Lene an, dass sie nach einer therapeutischen Wohngruppe mit einem ausgeprägten Suchtproblem entlassen wurde.
Dieses Suchtproblem führte laut ihrer Erzählung später dazu, dass sie in einen zweiten Täterkreis geriet und in der Prostitution landete.
Diese erste Folge bleibt damit an einem Punkt stehen, an dem deutlich wird: Die Gewalt der Kindheit endete nicht einfach. Ihre Folgen wirkten weiter und brachten Lene in weitere Gefahr.
Wichtig ist hier: Dieser Artikel bezieht sich ausschließlich auf die Informationen aus dieser ersten Folge.
Warum diese Folge so wichtig ist
Die erste Folge mit Lene ist schwer auszuhalten – und genau deshalb wichtig.
Sie zeigt, dass extreme Gewalt nicht immer dort sichtbar wird, wo Außenstehende sie erwarten. Sie kann hinter einer bürgerlichen Fassade stattfinden, in einer scheinbar normalen Familie, in einem Haus, das nach außen unauffällig wirkt.
Die Folge macht außerdem deutlich, wie komplex Überleben sein kann. Lene beschreibt ihre dissoziative Identitätsstörung nicht als etwas, das einfach „passiert“ ist, sondern als Überlebensstrategie ihres Gehirns.
Sie zeigt auch, wie fatal es sein kann, wenn Symptome behandelt werden, ohne den Ursprung zu sehen. Magersucht, Depression, Selbstverletzung, Suizidgedanken und Instabilität waren bei Lene nicht isolierte Probleme. Sie waren Ausdruck einer Geschichte, die lange niemand wirklich verstand.
Die Podcastfolge mit Lene ansehen oder anhören
Die vollständige erste Folge von Von Bohne zu Bohne mit Lene kannst du hier ansehen oder anhören:
- Lenes Geschichte auf YouTube ansehen
- Lenes Geschichte auf Spotify anhören
- Lenes Geschichte bei Apple Podcasts anhören
Fazit: Lenes Geschichte zeigt, wie Überleben aussehen kann
Lene wurde als Kind organisierter sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Nach außen lebte sie in einer unauffälligen Familie. Innen aber entstand eine Welt aus Angst, Ohnmacht, Spaltung und Überlebensstrategien.
Ihre dissoziative Identitätsstörung war kein Zufall. In Lenes Erzählung war sie der Weg ihres Gehirns, unaushaltbare Gewalt zu überleben.
Die erste Folge mit Lene zeigt, wie lange Trauma unerkannt bleiben kann, wie stark Symptome missverstanden werden können und wie wichtig es ist, Kindern wirklich zuzuhören – besonders dann, wenn sie nicht direkt sagen können, was passiert.
Diese Folge von Von Bohne zu Bohne ist ein eindringliches Gespräch über organisierte sexualisierte Gewalt, DISS, Anorexie, Klinikaufenthalte und die Frage, wie ein Mensch weiterlebt, wenn die eigene Kindheit aus Fragmenten besteht.
Wenn du von den besprochenen Themen betroffen bist oder Unterstützung benötigst, zögere nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hol dir Unter
