Angelika Salzburg-Reige durfte ihre Freundin Käthe beim selbstbestimmten Sterben begleiten. In dieser Folge von Von Bohne zu Bohne erzählt sie von einer außergewöhnlichen Freundschaft, von Käthes lebenslangem Einsatz für Selbstbestimmung und davon, wie ein geplanter Abschied voller Klarheit, Dankbarkeit und Nähe aussehen kann.
Hinweis: In diesem Artikel geht es um Tod, Sterben, Suizid, ärztlich assistierten Suizid, selbstbestimmtes Sterben, Pflege, Verlust, Kriegserfahrungen, schwere persönliche Schicksale und Abschied. Bitte lies nur weiter, wenn du dich mit diesen Themen sicher fühlst. Dieser Beitrag gibt die Inhalte des Gesprächs wieder und ersetzt keine medizinische, psychologische oder rechtliche Beratung.
Auf einen Blick
- Worum geht es in der Folge? Angelika erzählt, wie sie ihre 94-jährige Freundin Käthe bis zu deren selbstbestimmtem Tod begleitet hat.
- Was ist der zentrale Konflikt? Käthe wollte nicht abhängig werden und kämpfte viele Jahre für das Recht, über ihr Lebensende selbst entscheiden zu dürfen.
- Warum ist die Geschichte wichtig? Die Folge zeigt, wie offen, würdevoll und bewusst Abschied möglich sein kann, wenn Menschen Zeit haben, miteinander zu sprechen.
Wer ist Angelika?
Angelika Salzburg-Reige erzählt in dieser Folge nicht nur ihre eigene Geschichte. Sie spricht auch stellvertretend für ihre Freundin Käthe, die sie am Ende ihres Lebens gepflegt und begleitet hat.
Käthe starb in Angelikas Armen. Für Angelika war das kein distanzierter Moment, sondern ein zutiefst persönlicher Abschied von einer Freundin, die ihr viel beigebracht hat.
Gleichzeitig ist Angelika heute selbst aktiv im Bereich Aufklärung zum Thema selbstbestimmtes Sterben. Sie hält Vorträge, spricht mit Menschen, die Fragen haben, und setzt sich dafür ein, dass über ärztlich assistierten Suizid offener gesprochen wird.
Wer war Käthe?
Käthe war eine Frau, die Angelika als außergewöhnlich aktiv, interessiert und kämpferisch beschreibt.
Sie war Lehrerin, später Rentnerin, aber keineswegs jemand, der sich zurückzog. Käthe war im Ort bekannt, brachte Dinge auf den Weg und war an Menschen, Ideen und gesellschaftlichen Entwicklungen interessiert.
Der Oldenburger Verschenkmarkt war ihre Idee. Für ihr Engagement erhielt sie nach Angelikas Erzählung das Bundesverdienstkreuz.
Auch im hohen Alter blieb Käthe aktiv. Sie brachte sich das Arbeiten am Computer bei, obwohl sie durch eine Makuladegeneration immer schlechter sehen konnte. Sie setzte sich für Umweltthemen ein, lief im hohen Alter bei Fridays for Future mit und interessierte sich für politische und gesellschaftliche Fragen.
Eine Freundschaft, die über Gespräche wuchs
Angelika und Käthe kannten sich schon lange, bevor das Thema selbstbestimmtes Sterben in ihrer Freundschaft so präsent wurde.
Was die beiden verband, waren intensive Gespräche. Käthe war an allem interessiert, stellte Fragen, entwickelte Ideen und blieb neugierig.
Zwischenzeitlich verloren sich die beiden aus dem Blick, weil Angelika stark in ihre Familie eingebunden war. Sie versorgte eine große Familie, hatte eigene Kinder, eine Pflegetochter und lebte mit den Großeltern ihres Mannes im Haus.
Später trafen sich Angelika und Käthe beim Humanistischen Verband Deutschland wieder. Die Verbindung war sofort wieder da. Aus der alten Nähe wurde erneut eine tiefe Freundschaft.
Käthes erster Kontakt mit selbstbestimmtem Sterben
Käthe hatte sich schon lange mit dem Thema Tod und Sterben beschäftigt.
Sie begleitete eine Freundin in die Schweiz, weil in Deutschland zu diesem Zeitpunkt nach Angelikas Schilderung keine entsprechende Hilfe möglich war. Diese Freundin litt schwer und wollte dort ihren eigenen Weg gehen.
Dieses Erlebnis beeindruckte Käthe tief. Sie erlebte, dass ein Sterben friedlich sein kann, wenn es vorbereitet, begleitet und bewusst geschieht.
Nach ihrer Rückkehr hielt Käthe in Deutschland Vorträge über Sterbehilfe. In gewisser Weise, sagt Angelika, habe Käthe ihr später den Staffelstab weitergegeben.
Angelikas eigener Umgang mit Tod
Angelika erzählt, dass der Tod in ihrem Leben immer wieder eine Rolle spielte.
Sie hatte keine Großeltern mehr, weil diese schon vor ihrer Zeit verstorben waren. Als Kind bedauerte sie das, weil sie sich Großeltern als zusätzlichen Ort der Geborgenheit gewünscht hätte.
Auch durch Tiere lernte Angelika früh, dass Tod nicht nur etwas Schreckliches sein muss. Wenn Tiere sich quälten, durften sie gehen.
Später erlebte sie den Suizid ihres Schwiegervaters. Dieser Tod hinterließ viele offene Fragen, die nie beantwortet werden konnten.
Genau darin sieht Angelika einen großen Unterschied zu Käthes Tod: Bei Käthe gab es Zeit. Es war klar, dass sie an einem bestimmten Tag sterben würde. Diese Zeit konnte genutzt werden, um Abschied zu nehmen.
Der Unterschied zwischen plötzlichem Tod und vorbereitetem Abschied
Für Angelika liegt eine große Bedeutung darin, ob ein Tod plötzlich geschieht oder ob Menschen sich verabschieden können.
Beim Tod ihres Schwiegervaters blieben Fragen, Ratlosigkeit und Unausgesprochenes.
Bei Käthe war es anders. Der Tag war bekannt. Die Menschen konnten kommen, sich verabschieden, letzte Gespräche führen, gemeinsam lachen, Kaffee trinken, Erinnerungen teilen und bewusst wahrnehmen: Dieser Mensch wird gehen.
Für Angelika ist das eine andere Art, mit dem Tod umzugehen. Nicht leichter im Sinne von bedeutungslos, aber klarer, friedlicher und weniger von offenen Fragen geprägt.
Käthes Kampf für selbstbestimmtes Sterben
Käthe engagierte sich politisch und gesellschaftlich für selbstbestimmtes Sterben.
Im Gespräch erklärt Angelika den Kontext um den früheren § 217 und dessen Nichtigerklärung durch das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2020. Sie macht deutlich, dass Käthe gegen Einschränkungen kämpfte und auch im hohen Alter weiter aktiv blieb.
Mit 91 Jahren demonstrierte Käthe in Oldenburg gegen neue gesetzliche Regelungen, die nach Angelikas Einschätzung wieder zu starken Einschränkungen geführt hätten.
Aus diesen Aktivitäten heraus entstand der Arbeitskreis Selbstbestimmtes Sterben. Die Menschen wollten mehr Informationen, mehr Austausch und mehr Orientierung.
Der Arbeitskreis Selbstbestimmtes Sterben
Angelika beschreibt den Arbeitskreis nicht als Verein, sondern als freie Initiative.
Neun Personen informieren dort über selbstbestimmtes Sterben, organisieren Veranstaltungen, Kundgebungen und Gesprächsrunden. Es geht nicht darum, selbst Sterbehilfe anzubieten, sondern um Aufklärung und Information.
Angelika fährt auch zu Menschen, die Fragen haben, und hält inzwischen selbst Vorträge zum Thema.
Für Käthe wurde dieser Arbeitskreis zu etwas, das ihr neue Lebenskraft gab. Angelika nennt ihn sogar eine lebensverlängernde Maßnahme. Die Veranstaltungen, Gespräche und der Austausch machten Käthes Leben noch einmal größer.
Warum Käthe gehen wollte
Käthe war nicht akut krank. Sie hätte nach eigener Einschätzung noch weiterleben können.
Aber ihre Lebensqualität nahm stark ab. Durch die Makuladegeneration wurde sie immer blinder, später kam Schwerhörigkeit dazu. Genau diese beiden Sinne nahmen ihr vieles von dem, was ihr wichtig war: lesen, mitbekommen, sich orientieren, teilnehmen.
Käthe war nach Angelikas Worten „lebenssatt“. Sie hatte genug von dem kleinen Rest Leben, der ihr geblieben war.
Sie hatte außerdem große Angst, zu stürzen, abhängig zu werden oder in ein Pflegeheim zu müssen. Abhängigkeit passte nicht zu ihr. Sie wollte sich weiter selbst versorgen und selbst entscheiden.
„Jetzt bin ich soweit“
Käthe sprach lange offen darüber, dass sie selbstbestimmt sterben möchte.
Sie kündigte es nicht dramatisch an. Es gehörte zu ihr, zu ihrem Denken und zu ihrem Engagement. Irgendwann sagte sie sinngemäß: Jetzt bin ich so weit. Jetzt stelle ich den Antrag.
Für Angelika war das nicht überraschend. Es war Käthes Weg, und dieser Weg war seit Jahren klar.
Angelika konnte ihr bei vielem helfen: bei Pflege, bei Alltagsdingen, beim Duschen. Aber der Antrag war Käthes eigene Aufgabe. Ihr Leben, ihr Sterben.
Der Antrag und die Freiverantwortlichkeit
Im Gespräch erklärt Angelika, dass Käthe ihren Antrag selbst formulierte. Sie musste in Ich-Form schreiben, wer sie war, wie ihr Leben aussah und warum sie gehen wollte.
Sie musste ihren Wunsch selbst begründen und auch deutlich machen, dass sie Alternativen kennt und nicht in Anspruch nehmen möchte.
Wichtig ist in Angelikas Erklärung der Begriff der Freiverantwortlichkeit. Die sterbewillige Person muss wissen, was sie tut, der Wunsch muss über längere Zeit bestehen, und die letzte Handlung muss bei der Person selbst liegen.
Angelika betont auch, dass der Arzt oder die Ärztin ebenfalls frei entscheiden können muss, ob eine Begleitung vorstellbar ist. Niemand könne dazu gezwungen werden.
Dieser Abschnitt des Gesprächs ist rechtlich sensibel. Er zeigt, wie Angelika den Prozess erlebt und verstanden hat, ersetzt aber keine individuelle Beratung.
Das „grüne Licht“ und neue Lebenskraft
Käthe stellte den Antrag im Frühjahr 2023. Im August 2023 kam ein Arzt zu ihr und prüfte, ob er sich vorstellen könne, sie auf diesem Weg zu begleiten.
Als Käthe das sogenannte „grüne Licht“ bekam, brachte ihr das zunächst nicht den Tod näher, sondern neue Lebenskraft.
Sie wusste: Die Möglichkeit ist da. Dadurch konnte sie weiterleben.
Mit 93 Jahren fuhr sie noch nach Leipzig, um an einer Kundgebung teilzunehmen. Sie feierte ihren Geburtstag, überstand sogar eine Corona-Erkrankung und wollte noch weitere Veranstaltungen des Arbeitskreises erleben.
Für Käthe war die Gewissheit, gehen zu dürfen, offenbar kein Ende der Lebensfreude. Sie war vielmehr ein Schutz davor, ausgeliefert zu sein.
Als Käthe endgültig bereit war
Im Frühjahr 2024 war Käthe endgültig so weit.
Von der Corona-Erkrankung hatte sie sich nicht mehr richtig erholt. Sie gab der Sterbehilfeorganisation Bescheid, dass sie ihren Weg nun gehen möchte.
Angelika betont: Der nächste Schritt muss immer von der sterbewilligen Person ausgehen. Die Organisation meldet sich nicht drängend zurück, fragt nicht, wann es endlich so weit sei, und setzt niemanden unter Druck.
Bei Käthe kam es wegen ihrer Schwerhörigkeit zunächst zu einem Missverständnis rund um die Terminabsprache. Danach wurde vereinbart, dass Angelika in die Kommunikation stärker einbezogen wird, damit Käthe die Informationen sicher mitbekommt.
Nach dem erneuten Kontakt ging es relativ schnell. Etwa zwei Wochen später stand der Termin fest.
Die letzten Wochen: eine Perlenkette
Angelika beschreibt die letzten Wochen von Käthes Leben mit einem sehr schönen Bild: Jeder Tag war wie eine Perle, die auf eine Kette gezogen wurde.
Diese letzte Zeit war intensiv. Freunde kamen, Menschen verabschiedeten sich, Gespräche fanden statt. Käthe, die Öffentlichkeit nie scheute, bezog auch Presse mit ein.
Für sie war diese Offenheit Teil ihres Lebens. Sie wollte sichtbar machen, was möglich ist, und nicht heimlich verschwinden.
Diese letzten Wochen waren geprägt von Erleichterung, Dankbarkeit und Klarheit. Nicht von Panik.
Der letzte Tag
Am Tag ihres Todes wollte Käthe allein sein, bis Angelika kam. Auch darin blieb sie sich treu.
Angelika hatte einen Schlüssel und kündigte sich immer telefonisch an, damit Käthe sich nicht erschreckte. Als Angelika an diesem Tag in die Wohnung kam, sagte Käthe sinngemäß: Heute ist mein letzter Tag. Und das ist gut so.
Danach hatten die beiden noch Zeit allein. Sie nahmen kleine Videos für Menschen auf, die nicht kommen konnten, und telefonierten per Videochat mit Angelikas Tochter in Norwegen, die Käthe ebenfalls kannte.
Käthe war begeistert von der Technik und davon, dass ein letztes Sehen trotz Entfernung möglich war.
Ein Abschied mit Kaffee, Keksen und Musik
Später kamen Freunde, die das Schlafzimmer vorbereiteten. Käthe hatte sich gewünscht, in einem Nachthemd ihrer Mutter zu sterben. Angelika sollte ihr beim Umziehen helfen.
Es kamen weitere Freundinnen und Freunde, auch Menschen aus Käthes früherer Atomgegnerzeit. Es gab Kaffee, Tee und Kekse.
Käthe rezitierte ein Gedicht und sang „Hoch auf dem gelben Wagen“.
Angelika beschreibt diesen Tag nicht als düster. Sie beschreibt ihn als schön, wertvoll, passend. Es war ein Abschied, der zu Käthe passte.
Die letzten Formalitäten
Als die ärztliche Begleitung kam, wurden Unterlagen besprochen und unterschrieben. Käthe musste wiederholt bestätigen, dass sie wusste, was geschieht und dass sie diesen Weg gehen wollte.
Angelika beschreibt, dass um die 14 Menschen anwesend waren. Die Atmosphäre blieb ruhig. Auch die begleitende Person nahm Anteil an der besonderen Situation.
Immer wieder wurde Käthe gefragt, ob sie sicher sei. Bis zum Schluss hätte sie sagen können, dass sie es nicht möchte. Dann wäre der Prozess beendet gewesen.
Diese wiederholte Bestätigung war für Angelika wichtig, weil sie zeigte: Es blieb Käthes Entscheidung.
„Jetzt kommt mein Tod“
Dann bat Käthe Angelika, sie ins Nebenzimmer zu begleiten, um sich umzuziehen.
Die Anwesenden standen Spalier und sagten Tschüss. Angelika ging mit Käthe ins Schlafzimmer, hielt sie im Arm und blieb an ihrer Seite.
Angelika sagt, sie höre Käthe bis heute sagen: „Jetzt kommt mein Tod.“ Später beschreibt sie diesen Moment noch genauer: Für sie ist es, als habe Käthe diesen Satz gedacht – so stark, dass Angelika ihn bis heute hört.
Käthe schlief friedlich ein. Angelika erlebte keinen Kampf, kein Krampfen, nichts Schreckliches. Für sie war es ein Sterben, wie sie es sich selbst auch wünschen würde.
Nach Käthes Tod
Nach dem Tod wurden die notwendigen Schritte eingeleitet. Angelika erklärt im Gespräch, dass bei einem ärztlich assistierten Suizid die Polizei informiert wird, weil es sich um einen unnatürlichen Tod handelt und weitere Abläufe über die zuständigen Stellen laufen.
Für Angelika war ihre Aufgabe an diesem Tag im Grunde erfüllt. Sie hatte Käthe gepflegt, begleitet, gehalten und verabschiedet.
Die spätere Trauerfeier organisierte ein anderer Mensch aus Käthes Umfeld, der ihr ebenfalls sehr nahestand. Angelika konnte wegen einer bereits geplanten Reise nicht teilnehmen. Für sie war das in Ordnung, weil sie den Abschied bereits über Monate und besonders am letzten Tag intensiv erlebt hatte.
Was Käthe Angelika hinterlassen hat
Angelika sagt, dass sie Käthe danken würde, wenn sie ihr noch etwas sagen könnte.
Danke, dass du da warst. Danke, dass ich dich begleiten durfte. Danke, dass du mir so viel beigebracht hast.
Käthe hat Angelika nicht nur ein persönliches Vermächtnis hinterlassen, sondern auch eine Aufgabe. Angelika führt die Aufklärungsarbeit weiter, hält Vorträge, spricht mit Menschen und möchte, dass mehr Menschen wissen, welche Möglichkeiten es gibt.
Warum Aufklärung Angelika so wichtig ist
Angelika sagt, dass viele Menschen nicht wissen, dass ärztlich assistierter Suizid in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist.
Sie erlebt immer wieder, dass Menschen sagen: Hätten wir das früher gewusst, wäre uns oder unseren Angehörigen Leid erspart geblieben.
Deshalb sieht sie die Arbeit des Arbeitskreises als wichtig an. Es geht ihr nicht darum, Menschen zu einem bestimmten Weg zu drängen. Es geht darum, Informationen zugänglich zu machen.
Gleichzeitig kritisiert sie politische Bestrebungen, die das Thema aus ihrer Sicht wieder stärker einschränken könnten. Sie möchte weiter wachsam bleiben und sich einmischen.
Was Angelika sich für die Zukunft wünscht
Für ihre persönliche Zukunft wünscht Angelika sich, dass Menschen weiterhin geholfen werden darf und dass die Arbeit des Arbeitskreises weitergehen kann.
Sie möchte gesund bleiben, um ihre Arbeit fortzuführen. Mit 68 Jahren, sagt sie, habe sie noch einiges vor.
Sie möchte Politikerinnen und Politikern weiter „auf die Füße treten“, wenn es um das Thema selbstbestimmtes Sterben geht.
Ihre Energie, ihr Humor und ihre Entschlossenheit zeigen: Für Angelika ist Käthes Tod kein Ende der Geschichte. Es ist ein Auftrag.
Warum diese Folge so wichtig ist
Die Folge mit Angelika ist wichtig, weil sie ein Thema sichtbar macht, über das viele Menschen kaum sprechen: selbstbestimmtes Sterben.
Es geht nicht um eine schnelle Antwort auf eine einfache Frage. Es geht um Würde, Autonomie, Angst vor Abhängigkeit, Lebensqualität, rechtliche Rahmenbedingungen, Begleitung und die Frage, wie Menschen am Ende ihres Lebens ernst genommen werden können.
Käthes Geschichte zeigt auch, dass ein geplanter Tod nicht automatisch bedeutet, dass das Leben vorher schon vorbei ist. Im Gegenteil: Die Gewissheit, entscheiden zu dürfen, gab ihr noch einmal Lebenskraft.
Angelikas Geschichte zeigt wiederum, was Begleitung bedeuten kann: nicht entscheiden, nicht drängen, nicht retten wollen – sondern da sein, halten, zuhören und respektieren.
Die Podcastfolge mit Angelika ansehen oder anhören
Die vollständige Folge von Von Bohne zu Bohne mit Angelika ist bald verfügbar. Die finalen Links kannst du später hier ergänzen:
- Angelikas Geschichte auf YouTube ansehen
- Angelikas Geschichte auf Spotify anhören
- Angelikas Geschichte bei Apple Podcasts anhören
Fazit: Angelikas Geschichte zeigt, wie selbstbestimmter Abschied aussehen kann
Angelika durfte ihre Freundin Käthe auf einem Weg begleiten, den Käthe viele Jahre lang selbst vertreten, erklärt und verteidigt hatte.
Käthe war eine aktive, politische, neugierige und eigenständige Frau. Sie gründete Projekte, engagierte sich gesellschaftlich, kämpfte für Selbstbestimmung und wollte auch am Lebensende nicht abhängig werden.
Als ihre Lebensqualität durch Erblindung und Schwerhörigkeit immer weiter abnahm, entschied sie sich für den Weg, den sie lange angekündigt hatte.
Ihr letzter Tag war geprägt von Menschen, Musik, Gedichten, Kaffee, Tee, Keksen, Dankbarkeit und einem bewussten Abschied.
Diese Folge von Von Bohne zu Bohne ist ein ruhiges, mutiges und berührendes Gespräch über Tod, Würde, Freundschaft, Selbstbestimmung und die Frage, wie viel Offenheit wir am Lebensende zulassen.
Wenn du von den besprochenen Themen betroffen bist oder Unterstützung benötigst, zögere nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hol dir Unterstützung bei professionellen Hilfseinrichtungen oder dir vertrauten Personen.

